Traumatherapie für Kinder und Jugendliche

,Bei der Arbeit mit Patienten, die unter Traumatisierungen oder auch chronisch-komplexen Traumafolgestörungen leiden, arbeite ich schwerpunktmäßig mit der PITT-KID®-Methode. 

PITT-KID® bedeutet Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche und ist eine manualisierte Methode der Traumabehandlung, die auf PITT von Luise Reddemann basiert und von Dr. Andreas Krüger auf die speziellen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen angepasst worden ist.

Es handelt sich um eine integrative Therapiemethode vor psychodynamischem Hintergrund mit Elementen kognitiver Umstrukturierung, Imagination, Entspannung und Achtsamkeit. Das therapeutische Vorgehen zur Traumabewätltigung ist sehr behutsam, stark ressourcenorientiert sowie Sicherheit und Halt gebend.

Eine unterstützende Bezugsperson wird eng in die traumafokussierte Therapie miteinbezogen, um dem Kind / Jugendlichen ein sicheres Umfeld zu bieten, auch über die Therapiesitzungen hinaus.

Die Traumatherapie folgt einem Manual: Zunächst wird in der Stabilisierungs- und Distanzierungsphase das Leid der stark belastenden Symptome verringert.

In der letzten Phase erfolgt die Integration des Traumatischen. Damit wird die Öffnung für einen Neubeginn möglich –  und für ein neues Lebensgefühl.

Was ist eigentlich ein Trauma?

Traumatisierende Ereignisse können zum Beispiel folgende sein: Naturkatastrophen, Gewalt- / Missbrauchserfahrungen, Flucht, Krieg, Verkehrsunfälle oder der plötzliche Tod eines nahen Angehörigen. Allen diesen Ereignissen ist gemeinsam, dass das Kind oder der Jugendliche sich existentiell bedroht und ausgeliefert fühlt. Die Betroffenen leiden in der Situation (bzw. den Situationen) unter großer Furcht und Entsetzen.

Bei einem Teil der Kinder bilden sich die schlimmen Erinnerungen nach Tagen bis Wochen zurück. Bei einem anderen Teil bleiben sie und verursachen Symptome.

Von einer posttraumatischen Belastungsstörung spricht man, wenn folgende Auffälligkeiten auftreten – oft erst Wochen bis Monate nach der Traumatisierung:

Vermeidungsverhalten

Situationen / Orte werden vermieden, um sich nicht an das Ereignis erinnern zu müssen.

Emotionale Taubheit

z.B. Gefühle nicht wahrnehmen können. 

Flashbacks

Sich aufdrängende Erinnerungen / innere Bilder von dem Ereignis.

Überregbarkeit

Übererregbarkeit, erhöhte Schreckhaftigkeit.

Sozialer Rückzug

Das Kind trifft sich nicht mit Freunden und nimmt wenig am familiären Umfeld teil.

Daneben können unspezifische Symptome auftreten, wie Aggressivität, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie psychosomatische Beschwerden, die oft leider nicht als Folge einer Traumatisierung erkannt werden und daher oft keine adäquate therapeutische Unterstützung erfahren.

Bindungstraumatisierung

Wenn die ursächliche Traumatisierung in Vebindung mit einer nahestehenden Person erfolgt, die gleichzeitig eine enge Bezugs- und Vertrauensperson ist, kann es zu einer sogenannten Bindungstraumatisierung kommen (körperlicher / sexueller / emotionaler Missbrauch, körperliche / emotionale Misshandlung und auch emotionale Vernachlässigung). Die Symptome zeigen sich in solchen Fällen hauptsächlich auf der Bindungs- und Beziehungsebene, zum Beispiel leiden die Betroffenen unter einer starken sozialen Unsicherheit, Selbstwertproblemen, Minderwertigkeitsgefühlen und haben Probleme anderen Menschen oder dem Leben generell zu vertrauen.

Daneben können alle oben genannten Probleme zusätzlich auftreten.

Wichtig ist in jedem Fall eine möglichst zeitnahe traumatherapeutische Behandlung, um eine Chronifizierung und Verschlimmerung der Symptomatik zu vermeiden.